Ist die Piratenpartei die SPD von heute?
Heute steht mal wieder Europawahl auf dem Terminplan (hoffentlich) vieler Leute. Bei mir leider nicht, ich würde gerne die Piraten wählen, aber da fehlen noch 2 Jahre. 
Naja wie auch immer, es wird doch recht interessant sein, ob es die Piratenpartei ins Parlament schafft.
Wünschenswert wäre es. Aber leider taucht die Partei nicht in den Prognosestatistiken auf und ist immer nur unter “Sonstige” geführt. An Wählern dürfte es den Piraten aber eigentlich nicht mangeln. Wenn alle anderen Parteien die komplette PC/Internetfraktion gegen sich aufbringen dürfte das aber auch nicht verwunderlich sein. Aber morgen wird man mehr wissen denke ich, sei es aus einem Zeitungsartikel oder von der Seite der Piratenpartei.
Aber zum eigentlichen Grund des Posts:
Zum Thema Piratenpartei wurde auf ruhrbarone.de ein schön zu lesender Artikel geschrieben, der auf den Namen “Ist die Piratenpartei die SPD von heute?” hört. Wie man anhand des Titels schon merkt, geht es um einen Vergleich zwischen der SPD und der Piratenpartei. Fragt man sich nur, wie kann man die (momentan) zweitstärksten Partei Deutschlands mit einer kleinen Randpartei vergleichen?
Dazu heißt es in der Einleitung:
“Viele meinen, die Piratenpartei sei eine Protestpartei ohne Substanz. Das war die SPD auch einmal. Immerhin sind die Sozialdemokraten heute keine Protestpartei mehr.”
Ist zwar irgendwie verständlich, dass jede Partei mal klein anfängt, aber ich wusste (wie viele andere) bisher nicht, dass die SPD ursprünglich mal eine kleine Protestpartei war…
“Der 1863 gegründete Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV) von Ferdinand Lassalle war, wie die Piratenpartei heute, eine Protestgruppe mit einem minimalistischen Programm, ganz auf die Interessen einer gesellschaftlichen Gruppe zugeschnitten, die von den herrschenden Schichten nicht wahrgenommen wurde, und für die sich niemand einsetzte. Die Arbeiter. [...] Später wurde aus diesem kleinen Verein die SPD.”
Das ist zwar mittlerweile fast 150 Jahre her, aber der Grundstein ist der gleiche. Eine kleine Partei, die sich mit ihrem Programm auf eine Gruppe von Wählern beschränkt, die von den anderen Parteien ignoriert oder gar offen attackiert wurden (wie es aktuell mit der Internetgemeinschaft der Fall ist).
Ein letzter schöner Absatz noch, der mit wirklich aus der Seele spricht:
“Die Bewohner des Netzes sind in den vergangenen Monaten von der Politik nicht nur ignoriert – was den meisten von uns wahrscheinlich ziemlich egal gewesen wäre – sondern offen attackiert worden: Netzsperren, das absurde Verbot von „Killerspielen“ und die Ankündigung von Wiefelspütz, weitere Online-Inhalte zu sperren, wird von vielen als genau das empfunden: Ein Angriff auf ihre Art zu leben und das initiiert von Menschen, die schlicht nichts anderes als digitale Analphabeten sind. Nicht wenige der Netizens („Bewohner“ des Internets) werden morgen [heute
] vielleicht die Piraten wählen.”
Vielleicht wird ja wirklich noch mal was aus der Piratenpartei, ein Namenswechsel wäre aber nicht schlecht.
Wirkt irgendwie etwas abwegig. Aber man kann ja nie wissen, auch wenn ich nicht dran glaube, dass sich das entwickelt wie die SPD, aber sowas wie die Grünen oder die FDP wäre wirklich schonmal was.
Und weil ich schon so viel zitiert habe (Achtung, sch*** Humor):
“Thank you. Good night and God bless America.”
Links:
Artikel auf ruhrbarone.de
Page der Piratenpartei







7. Juni 2009 um 20:54 Uhr
Ich hab heute auch mein Kreuz auf der Liste für die Piraten gemacht. Bin mal gespannt.
Hier in der Umgebung scheinen die Piraten aber noch nicht wirklich überall angekommen sein. Wir werden sehen.
Deutschland hat aber leider auch noch andere Probleme als nur die Internetsperren und Killerspiele…
7. Juni 2009 um 21:10 Uhr
Trotzdem kann es nicht sein, dass unsinnige Dinge wie Killerspiel Verbot oder teilweise auch Internetsperren besprochen werden bei eben deinen wesentlich größeren Problemen. Und es ist nunmal so, dass die Piraten nur dafür sorgen wollen, dass sich die Debatten am Beispiel der Internetsperre nicht so sinnlos lange hinziehen und von Politikern geführt werden, die einfach keine Ahnung haben.
Bei mir hier aufm flachen Land wird denke ich auch niemand die Piraten gewählt haben, aber wenn mich nicht alles täuscht steht das morgen bei uns in der Lokalzeitung…
9. Juni 2009 um 14:00 Uhr
Die Sach der Piratenpartei in Ehren, aber traust du ihr wirklich eine regierungsfähige Funktion zu?
Mit einer Stimme für die Piraten gibt man in erster Linie ein Statement bezüglich der spezifischen Sachverhalte ab. Man zeigt “denen dort oben” Interessen in Form von statistischen Tendezen, aber um wirklich Einfluss zu gewinnen, fehlen doch (zum Glück) noch so einige Programmpunkte. Bloß weil beide Parteien klein angefangen haben, sind sie sich noch lange nicht ähnlich.
9. Juni 2009 um 16:35 Uhr
Ich versuch mal meinen Standpunkt auszudrücken, wobei das nicht sonderlich einfach ist.
Die Piraten sind in meinen Augen eine Partei von Leuten, die Ahnung von einem bestimmten Thema haben und bei diesem auch eine (in meinen Augen) ordentliche Meinung vertreten.
Mit ihrem spärlichen Programm ist es für mich auch klar, dass die Piraten nicht regierungsfähig sind. Das ist nunmal einfach so. In meinen Augen ist es auch eigentlich gar nicht so wichtig, dass sie auf nationaler Ebene in die Regierung kommen. Ich begrüße es viel eher, dass sie in Europa Fuß fassen, auch wenn nur gering. Dort können sie in meinen Augen auch mit ihrem spärlichen “Programm” etwas bewirken, ohne direkt verurteilt zu werden, weil sie einseitig handeln und zu beschränkt sind in der Themenwahl etc.
Bei der Größe der Partei ging es mir auch eher darum, dass die Piraten in der Opposition etwas zu sagen haben und da rumkritisieren wie es z.B aktuell die Grünen schön zeigen. Sie soll meiner Meinung nach garnicht unbedingt in die nationale Regierung, sie soll einfach dafür sorgen, dass die Allgemeinheit über gewisse Sachen, die in der Regierung gemacht werden, aufgeklärt wird. Wenn also die Partei größer wird/mehr Wähler hat, wird sie z.B. auch in den Nachrichten gezeigt, wie am Beispiel der Grünen Frau Künast.
Und ein Problem für mich als Jugendlichen ist auch, dass es für mich keine Partei gibt, mit der ich mich wirklich identifizieren kann. Jetzt hier alles aufzudröseln würde dabei aber den Rahmen sprengen. Und da ich auch nicht nicht wählen wollen würde, würde ich meine Stimme nunmal den Piraten geben…
Ist vielleicht etwas verwirrend und zeigt denke ich auch, dass ich selbst etwas verwirrt bin bei der Sache, aber naja
Und wegen dem Vergleich mit der SPD: Ich fand den Artikel einfach interessant und vor allem wissenswert, dass sich die SPD aus eben so einer Randbewegung gebildet hat. Im Nachhinein ist es an sich nichts spektakuläres, aber wie gesagt, ich fand es einfach interessant, nicht mehr und nicht weniger.